Was ist gemeinschaftliche Forstwirtschaft?

Gemeinschaftliche Forstwirtschaft (Community Forestry) ist ein Instrument der Waldbewirtschaftung, das auf der aktiven Mitwirkung der lokalen Bevölkerung basiert. Dies ist ein kooperativer Ansatz, bei dem die Gemeinschaften die Verantwortung für die Selbstverwaltung der ihnen zur Verfügung stehenden Waldressourcen übernehmen. Dieser Ansatz unterstützt die Bewahrung der Waldökosysteme und fördert zugleich die ökonomische Entwicklung der involvierten Gemeinschaften. Zusammengefasst: Es handelt sich um das selbstständige Management von Wäldern durch Gemeinschaften, gestützt auf ihr Wissen, ihre Bedürfnisse und ihre Verbindung zur Natur.

REDD+ Projekte und gemeinschaftliche Forstwirtschaft

Die gemeinschaftliche Forstwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der REDD+-Projekte, die wir bei Human Forest umsetzen – insbesondere in der Anerkennung der Rechte indigener Bevölkerungen an ihren Territorien und somit an den darin enthaltenen Waldressourcen.

Die Hauptziele dieser Projekte bestehen in der Erhaltung der Wälder und der Reduktion von Entwaldung, während gleichzeitig die Gemeinschaften in ihren Entscheidungsprozessen gestärkt werden. Dabei werden sowohl kollektive als auch individuelle Governance-Kapazitäten aufgebaut, um die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinden zu fördern. Gleichzeitig wird eine aktive Einbindung in lokale und nationale institutionelle Strukturen angestrebt, um die Anerkennung durch relevante Umweltbehörden zu stärken.

So ist die gemeinschaftliche Forstwirtschaft im gesamten Prozess der Planung, Entwicklung und Umsetzung dieser Projekte präsent – durch die aktive und wirksame Beteiligung der ansässigen Bevölkerung, wobei die Entscheidungen der lokalen Regierungen respektiert und in die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der jeweiligen Gemeinschaft integriert werden.

Vorteile und Herausforderungen der gemeinschaftlichen Forstwirtschaft

Die gemeinschaftliche Forstwirtschaft bietet zahlreiche soziale, wirtschaftliche und ökologische Vorteile, die zur nachhaltigen Nutzung des Waldes und anderer natürlicher Ressourcen beitragen. Dies wird erreicht, indem das technische und theoretische Wissen gestärkt wird, das zur Verbesserung der Lebensqualität der Gemeinschaften beiträgt. Auf diese Weise können sie weiterhin von den Ressourcen und Ökosystemleistungen profitieren, ihre Einkommensquellen diversifizieren, neue Märkte erschließen und finanzielle Mittel für soziale Investitionen und die Stärkung der Gemeinschaft mobilisieren.

Obwohl in Kolumbien die gemeinschaftliche Forstwirtschaft als Schlüsselelement produktiver Entwicklungsstrategien anerkannt ist, bestehen weiterhin Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Förderung partizipativer, kooperativer Arbeitsformen, die den Wald als zentrales Element für gemeinschaftsgetragene Projekte mit sozialem und wirtschaftlichem Mehrwert einbeziehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für das nachhaltige Management der Wälder und die erfolgreiche Umsetzung verschiedenster forstwirtschaftlicher Projekte der Aufbau lokaler forstlicher Governance-Strukturen unerlässlich ist – stets mit dem Ziel, soziales Kapital vor Ort zu entwickeln und zu stärken.

Alejandro Noy Suárez

Ingenieur für Forstwirtschaft, Human Forest