Das Escazú-Abkommen, offiziell bekannt als Regionalabkommen über den Zugang zu Informationen, die öffentliche Beteiligung und den Zugang zur Justiz in Umweltangelegenheiten in Lateinamerika und der Karibik, ist ein internationales Abkommen, das Transparenz und öffentliche Teilhabe in Umweltfragen fördern soll. Das 2018 in Escazú (Costa Rica) unterzeichnete Abkommen spielt eine wichtige Rolle beim Schutz der Rechte indigener Gemeinschaften.
Zunächst erkennt das Abkommen ausdrücklich die Bedeutung der aktiven Mitwirkung indigener Bevölkerungen bei Entscheidungen an, die sich auf ihre Umwelt auswirken. Amazonasgemeinschaften sind häufig direkt von der Ausbeutung natürlicher Ressourcen auf ihren Territorien betroffen – mit negativen Folgen für ihre Lebensweise und das Ökosystem, von dem sie abhängen. Das Abkommen fördert daher ihre Beteiligung an Entscheidungsprozessen und gibt ihnen eine Stimme zum Schutz ihres Landes und ihrer Ressourcen.
Darüber hinaus legt das Escazú-Abkommen ein besonderes Augenmerk auf den Zugang zu Umweltinformationen, was für indigene Gemeinschaften im Amazonasgebiet von grundlegender Bedeutung ist. Der Zugang zu Wissen und Informationen über Aktivitäten, die ihre Gebiete betreffen, ermöglicht es ihnen, informierte Entscheidungen zu treffen und ihre Rechte zu verteidigen. Die Transparenz bei der Offenlegung umweltrelevanter Informationen stärkt ihre Fähigkeit, die Erhaltung ihrer Gebiete und natürlichen Ressourcen wirksam zu überwachen und zu gestalten.
Für indigene Gemeinschaften sind Land und Umwelt eng mit ihrer Kultur und Spiritualität verbunden. Umweltzerstörung und die Ausbeutung von Ressourcen haben verheerende Auswirkungen auf ihre kulturellen Praktiken und Traditionen. Das Escazú-Abkommen erkennt die Bedeutung des Schutzes kultureller Rechte dieser Gemeinschaften an, indem es ihnen die Teilnahme an Entscheidungsprozessen über Angelegenheiten ermöglicht, die ihre Umwelt – und somit ihre kulturelle Identität – betreffen.
Indigene Gemeinschaften verfügen zudem über ein tief verwurzeltes traditionelles Wissen über den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Das Abkommen fördert die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen indigenen Völkern und staatlichen Behörden – ein Ansatz, der zu nachhaltigeren Managementpraktiken in ihren Territorien beitragen kann. Dies kommt nicht nur den Gemeinschaften selbst zugute, sondern unterstützt auch den langfristigen Schutz der Amazonas-Ökosysteme.
Das Escazú-Abkommen stellt zusammengefasst einen bedeutenden Fortschritt zum Schutz der Rechte der indigenen Amazonas-Gemeinschaften dar, indem es die öffentliche Mitwirkung und den Zugang zu Umweltinformationen fördert. Indem diesen Gemeinschaften eine Stimme verliehen und ihnen der Zugang zu relevanten Informationen ermöglicht wird, wird ihre Fähigkeit zum Schutz ihrer Territorien und Ressourcen gestärkt – dies trägt sowohl zur Erhaltung der Biodiversität in der Amazonasregion als auch zum Wohl dieser Gemeinschaften bei.
Kolumbien gehört zu den Staaten, die das Escazú-Abkommen unterzeichnet haben und übernahm eine aktive Rolle im Verhandlungsprozess. Die Ratifizierung durch Kolumbien könnte die Schutzmechanismen für Umwelt und Gemeinschaftsrechte in Bezug auf Umweltfragen stärken. Die Umsetzung des Abkommens hätte eine bedeutende Auswirkung auf den Umweltschutz sowie auf die Förderung von Transparenz und demokratischer Beteiligung im Bereich Umweltpolitik.
Camila Algecira Ospina
Umweltfachmann, Human Forest