Die Cancún-Schutzmaßnahmen: Schutz für Wälder und Gemeinschaften

Wälder sind global gesehen von entscheidender Bedeutung, um den Klimawandel zu mildern und die biologische Vielfalt zu bewahren. Die Strategie REDD+ (Reduktion von Emissionen durch Entwaldung und Walddegradierung) wurde entwickelt, um der Entwaldung entgegenzuwirken und eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu unterstützen.

Wie bei jeder Initiative ist auch die Umsetzung von REDD+ mit Herausforderungen verbunden – und genau hier kommen die sogenannten „Cancún-Schutzmaßnahmen“ ins Spiel.

Was sind die Cancún-Schutzmaßnahmen?

Die Cancún-Schutzmaßnahmen sind ein Set von Richtlinien, das von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen im Rahmen der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) entwickelt wurde. Diese Richtlinien sollen potenzielle Risiken im Zusammenhang mit der Umsetzung von REDD+ minimieren und gleichzeitig die möglichen Vorteile maximieren.

Die Cancún-Schutzmaßnahmen können im Wesentlichen als eine Art „Spielregeln“ verstanden werden, die garantieren, dass REDD+ Maßnahmen verantwortungsvoll umgesetzt werden, die Rechte der lokalen Gemeinschaften respektiert werden und die Integrität der Wälder und Ökosysteme gewahrt bleibt, in denen sie durchgeführt werden. Diese Schutzmaßnahmen stellen ein gemeinsames internationales Bekenntnis dar, um sicherzustellen, dass REDD+ sowohl ökologische als auch soziale Vorteile bietet.

Nationale Schutzmaßnahmenstrategie: „Wälder – Territorien des Lebens“

Alle Länder, die der REDD+ Initiative beigetreten sind, müssen ein nationales Schutzmaßnahmen-System (SNS) entwickeln und regelmäßig über ihre Fortschritte berichten. Kolumbien hat im Rahmen der übergeordneten Initiative „Wälder – Territorien des Lebens“ (Bosques Territorios de Vida) eine nationale Schutzmaßnahmenstrategie entwickelt. Diese umfassende Strategie zielt auf die Bekämpfung der Entwaldung und die Waldbewirtschaftung ab (EIDCGB).

Die Umsetzung von Politiken, Maßnahmen und Programmen zur Verringerung der Entwaldung bietet großes Potenzial für ökologische und soziale Vorteile – etwa durch die Senkung von Treibhausgasemissionen und die Stärkung der Rechte lokaler Gemeinschaften. Zugleich sind damit auch soziale und ökologische Risiken verbunden. Die Schutzmaßnahmen in Cancún stellen einen grundlegenden Rahmen zur Verfügung, der es ermöglicht, diese Risiken zu verringern, Vorteile zu maximieren und die Rechte der Gemeinschaften sicherzustellen.

Anpassung der Schutzmaßnahmen auf nationaler Ebene

Da jedes Land eine eigene Gesetzgebung, spezifische Akteure und einen individuellen Kontext hat, ist es notwendig die Cancún-Schutzmaßnahmen jeweils kontextgerecht zu interpretiert und umzugesetzt. In Kolumbien wurde dieser Prozess vorangetrieben, indem die Perspektiven von Gemeinschaften, der Regierung und weiteren Beteiligten in die Entwicklung nationaler REDD+-Schutzmaßnahmen einbezogen wurden.

Dies wurde seit 2010 durch die Schaffung von Beteiligungsmöglichkeiten und die Förderung lokaler Kapazitäten ermöglicht. Die sieben internationalen Cancún-Schutzmaßnahmen wurden in 15 nationale Umsetzungselemente übersetzt, die in sämtlichen REDD+ bezogenen Politiken, Maßnahmen und Programmen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene umgesetzt werden müssen.

Jedes Land muss außerdem ein eigenes Informationssystem für Schutzmaßnahmen (SIS) erstellen, das die Umsetzung der Safeguards überwacht und dokumentiert. Alle zwei Jahre wird dieser Bericht im Rahmen der Verpflichtungen gegenüber der UNFCCC (UN-Klimarahmenkonvention) eingereicht.

Die Kategorien der Schutzmaßnahmen

Die Cancún-Schutzmaßnahmen gliedern sich in drei Hauptkategorien:

Institutionelle Schutzmaßnahmen:

  • Übereinstimmung mit nationalen Forstprogrammen und internationalen Abkommen
  • Transparenz und Wirksamkeit forstlicher Regierungsstrukturen

Soziale und kulturelle Schutzmaßnahmen:

  • Achtung des traditionellen Wissens und der Rechte von Gemeinschaften
  • Volle und wirksame Beteiligung

Umwelt- und territoriale Schutzmaßnahmen:

  • Erhaltung und Nutzen für die Umwelt
  • Vermeidung von Rückschritten (Reversibilität)
  • Verhinderung von Emissionsverlagerung (Leakage)

Diese Kategorien decken ein breites Spektrum relevanter Aspekte ab, die bei der Umsetzung von REDD+ berücksichtigt werden müssen – von der Biodiversitätserhaltung bis hin zum Schutz der Rechte lokaler Gemeinschaften.

Human Forest und unser Einsatz für die Schutzmaßnahmen

Bei Human Forest halten wir uns in unseren Projekten strikt an alle Schutzmaßnahmen für Cancún. Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass unsere REDD+-Projekte verantwortungsvoll und im Einklang mit der Umwelt sowie den lokalen Gemeinschaften umgesetzt werden.

Mit unserer Kampagne #MiércolesDeSalvaGuardas (#MittwochDerSchutzmaßnahmen) informieren wir die Öffentlichkeit über die konkreten Umsetzungen dieser Schutzmaßnahmen. Wir setzen uns für Transparenz, umfassende und effektive Teilhabe sowie für den Schutz unserer kostbaren Wälder und der dortigen Biodiversität ein.

Abschließend sind die Schutzmaßnahmen von Cancún ein wesentlicher Bestandteil der REDD+-Strategie, die darauf abzielt, unsere Wälder und Gemeinschaften zu bewahren. Sie weisen uns darauf hin, dass es notwendig ist, natürliche Ressourcen zu schützen, die Menschenrechte zu achten und nachhaltige Entwicklung zu fördern – dies muss alles Hand in Hand gehen.
Um REDD+ zu einem effektiven Mittel gegen den Klimawandel und zum Erhalt unserer wertvollen Ökosysteme zu machen, muss jede Nation diese Schutzmaßnahmen an ihre eigenen Gegebenheiten anpassen.